{"id":169,"date":"2021-02-20T12:14:40","date_gmt":"2021-02-20T11:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kata-b-schommer.de\/?page_id=169"},"modified":"2021-06-17T17:00:41","modified_gmt":"2021-06-17T16:00:41","slug":"info2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kata-b-schommer.de\/?page_id=169","title":{"rendered":"Info II"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Texte von 1996\/97<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Auszug meiner Pressemitteilung der Ausstellung in K\u00f6ln 1996-97 \u201eZwischen Zero und Computerprogramm\u201c. Zeichnungen seit 1970 (Galerie Brehm)<\/li><li>Auszug des Textes von <strong>J\u00fcrgen Raap<\/strong> im Katalog von 1996\/97 \u201eZwischen Zero und Computerprogramm.\u201c<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>1)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlle Zeichnungen haben reduzierte, einfache Programme. Sie zeugen von der Illusion, dass mithilfe einer auf einfachste Aufgaben reduzierten Programmierung das Ursache-Wirkungs-Prinzip erkennbar zu machen sei. Das ist wegen der extremen Reduzierung teilweise m\u00f6glich. In den Zeichnungen X, XI und XII z.B. b\u00fcndeln sich die Dreiecke entlang einer Barriere zu einem dicken Zeichenstrang und auch, nachdem die Barriere nicht mehr vorhanden ist, bleibt im weiteren Additionsprozess diese B\u00fcndelung noch eine Weile bestehen. Nachvollziehbar ist auch, dass sich parallel zu diesem Geschehen entlang der Barriere noch 1x oder 2, 3x im Gewebe abgeschw\u00e4chte B\u00fcndelungen in Form von Verschm\u00e4lerung von Dreiecken bilden. Warum diese Verdichtungen sich aber gerade an diesen Stellen, warum nicht \u00f6fter, warum nicht st\u00e4rker oder schw\u00e4cher bilden, bleibt das Geheimnis, das sich hinter den zahlreichen minimalen, nicht bewussten, nicht erkennbaren Steuerungen im Gewebe verbirgt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin keine Maschine\u201c, sondern ein permanent beeinflussbares und reagierendes System. \u201eW\u00e4hrend der zeichnerischen Programmentwicklung entstehen permanent unbewusst und bewusst Korrekturen und Manipulationen. Das Bewusstsein ist \u2013 trotz Automatismus und Trendfolge \u2013 nicht ausgeschaltet. Im Zusammenhang wird das Bewusstsein bedingt und wirkt bedingend. In Konkurrenz zur Maschine sollen meine Zeichnungen, diese Mensch-Produkte, meine Wertigkeit demonstrieren. Komplexit\u00e4t, Kompliziertheit, Unberechenbarkeit in Konkurrenz mit Simplifizierung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSog. Fraktale, Begriff aus der Chaostheorie, wie ich seit Anfang der 1990er Jahre unbewusst im Gewebe entstandene Verdichtungen oder Ver\u00e4nderungen bezeichnen m\u00f6chte, sind kein Zufall, sie sind gesetzm\u00e4\u00dfig entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, bei meinen Arbeiten handelt es sich um \u201eNachahmung der Natur\u201c. Ergebnis meiner zeichnerischen Demonstration von Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten sind archaische Formen, dramatische Formen, Falten, Rillen, W\u00f6lbungen, L\u00f6cher, Zusammenziehungen, Dehnungen \u2013 d.h. Formen, die zwangsl\u00e4ufig, notwendig entstanden sind.\u201c ( Auszug meines Textes im Katalog von 1996 )<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>J\u00fcrgen Raap<\/strong> schreibt in seiner Besprechung von 1996\/97: \u201c\u2026\u201eFraktale\u201c sind bei Schommer nicht aus \u00e4sthetischem Kalk\u00fcl markiert\u2026Vielmehr ergeben sie sich aus einer \u00e4hnlichen Logik, wie sich durch die Determination der anatomisch funktionalen Konstruktion eines Knie- oder Ellenbogengelenks eine ganz bestimmte Bewegung in die Faltenbildung bei dem Kleidungsst\u00fcck \u00fcber diesem Gelenk \u00fcbersetzt\u2026Da hier das MENTALE Sich-Einlassen auf die Monotonie der Zeichenarbeit als SELBSTPROGRAMMIERUNG zu umschreiben ist, sind die Fraktale Ergebnisse eines psychisch-automatischen Steuerungsprozesses. Dabei findet wohl ein komplettes Zusammenwirken mental-inh\u00e4renter Faktoren statt, an unbewusster Wahrnehmung und Orientierung, Konzentration, Anstrengung, an energetischen und neurophysiologischen Momenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb des gesamten Oeuvres ergeben sich so Werkkomplexe mit Variationen bei der Wiederholung eines Grundmusters: DAS PROGRAMM ist die Auswahl aus einem Repertoire von prinzipiell M\u00f6glichem an Zeichnung, und die zeichnerische STRUKTUR ist OUTPUT der konkreten Programmidee und damit Widerspiegelung des SYSTEMS als Steuerungsmechanismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Kata B. Schommer selbst ordnet ihre Kunst zwischen \u201eZero und Computerprogramm\u201c ein. Die Zero-K\u00fcnstler folgten und folgen bekanntlich u. a. dem Konzept, Licht, Raum, Bewegung und konstruktive Materialformung synchron zu b\u00fcndeln. Dabei spielt einmal das Zusammenwirken von Natur und Technik eine bedeutsame Rolle, zum anderen die Aufgliederung des eingesetzten Materials in Momente der rhythmischen Wiederholung. Die Addition eines Grundzeichens (Dreieck) bis hin zur Bildung eines Geflechts, das sich \u00fcber die gesamte Bildfl\u00e4che ausbreitet, und daran ankn\u00fcpfend die eben schon erw\u00e4hnten Wiederholungen und Variationen eines Steuerungsprozesses in mehreren Werken, mithin das SERIELLE machen den Zero-Aspekt in Schommers Arbeiten aus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <strong>J\u00fcrgen Raap<\/strong> im Katalog v. Kata B. Schommer 1996<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Texte von 1996\/97 Auszug meiner Pressemitteilung der Ausstellung in K\u00f6ln 1996-97 \u201eZwischen Zero und Computerprogramm\u201c. 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